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Der größte Rettungseinsatz in der Geschichte Oestrich-Winkels ist beendet

 
Vom 14. September 2012
[14.09.2012] "Der größte Rettungseinsatz in der Geschichte Oestrich-Winkels hat ein gutes Ende gefunden" - Bürgermeister Weimann zieht Bilanz nach dem Chemieunfall bei der Firma Koepp-Schaum GmbH - Dank an hunderte Einsatzkräfte und Helfer

"Der größte Rettungseinsatz in der Geschichte der Stadt Oestrich-Winkel hat ein gutes Ende gefunden." Diese Bilanz zog Bürgermeister Paul Weimann heute gut vier Wochen nach dem schweren Chemieunfall auf dem Gelände der Firma Koepp-Schaum GmbH während einer Pressekonferenz am 14.9.2012.

Zugleich legte er eine Dokumentation zu den Ereignissen und den getroffenen Maßnahmen vor, nachdem am 13. August gegen 13 Uhr aus einem Tank des Unternehmens der als hoch gesundheitsgefährdend geltende Stoff Toluylendiisocyanat (TDI) ausgetreten war "Dass wir letztlich doch glimpflich davon gekommen sind, haben wir der Unterstützung von weit mehr als 500 ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften zu verdanken, die teilweise bis zu ihrer Belastungsgrenze gingen, um die Situation zu beherrschen", stellte der Bürgermeister fest und fügte hinzu: "Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oestrich-Winkel sind allen, die uns in diesen schweren Stunden, Tagen, ja Wochen geholfen haben, zu großem Dank verpflichtet." Dazu legte er eine überaus lange Liste von Hilfsorganisationen, Verbänden und Fachfirmen aus dem Rheingau, dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus sowie der beteiligten Behörden vor, "auf die wir uns in dieser schweren Zeit verlassen konnten".
Weimann hob hervor, dass all diese am Einsatz Beteiligten großartig und unbürokratisch zusammengearbeitet und dadurch die Situation Schritt für Schritt in den Griff bekommen hätten. Er lobte dabei die Professionalität der Hilfs- und Rettungskräfte, die - ohne einen solchen Einsatz je geübt zu haben, wie Zahnräder ineinander gegriffen hätten. Von Kompetenzstreitigkeiten oder Eifersüchteleien, die oft nach Unglücken beklagt würden, sei nichts spürbar gewesen: "Allen ging es zu jeder Zeit darum, optimal zusammen zu arbeiten und gemeinsam das Unglück zu bewältigen." In diesem Zusammenhang würdigte er das Engagement des stellvertretenden Kreisbrandinspektors Markus Enders, in dessen Händen die technische Einsatzleitung lag.
Der Bürgermeister wies darauf hin, dass bei den getroffenen Maßnahmen stets die Sicherheit der Bevölkerung absolute Priorität gehabt habe. "Auch wenn wir nach der Einschätzung der Fachleute davon ausgehen konnten, dass die Flächen in der Umgebung der Firma nicht durch schädliche Niederschläge belastet wurden, sind wir auf Nummer Sicher gegangen und haben landwirtschaftliche Produkte untersucht, haben Bodenproben entnommen - jeweils mit dem erhofften Ergebnis", erinnerte Weimann. In diesem Zusammenhang dankte er den Anwohnern nicht nur "für das Verständnis, das sie in den vergangenen Wochen aufgebracht haben, sondern auch dafür, dass sie nicht in Panik geraten sind, sondern Behörden und Hilfskräften das für deren Arbeit wichtige Vertrauen geschenkt haben".
Keinen Zweifel ließ der Bürgermeister daran, dass alles getan werden müsse, damit Oestrich-Winkel zukünftig von solchen Ereignissen verschont bleibe. "Wir haben volles Vertrauen in die Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen aufgenommen hat und werden vor Abschluss von deren Ermittlungsergebnissen von weiteren Äußerungen absehen."
"Für Oestrich-Winkel war es ein schlimmes Ereignis - und dennoch bleibt auch festzustellen, dass die Menschen in unserer Stadt in diesen Stunden, Tagen und Wochen noch enger zusammengerückt sind", schloss Weimann seine Ausführungen.
Die Aufräumarbeiten auf dem Werksgelände sind am 12.9.2012 weitgehend abgeschlossen worden.
Die Dokumentation über den Verlauf des Chemieunfalls am 13.8. und der anschließenden Maßnahmen sowie eine Liste der Helfer finden Sie auf beigefügter pdf-Datei.
Quelle;
http://www.oestrich-winkel.de/index.htm/6341
http://www.oestrich-winkel.de/data/articles/pdf/Dokumentation_Helferliste.pdf