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Einsatzübung Verkehrsunfall - Personen eingeklemmt

 
Vom 27. April 2012
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EINSATZÜBUNG VERKEHRSUNFALL - PERSONEN EINGEKLEMMT
Ende März führte die Feuerwehr Oestrich für die benachbarten Wehren Mittelheim und Hallgarten eine Einsatzübung zum Fachbereich „Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall“ durch.
Die Vorbereitung zur Übung, sowie das eigentliche Unfallszenario, die Verletzungsmuster der gespielten Patienten sowie die Umgebungslage wurde durch Frank Hördemann für die Kameraden aus den Nachbarfeuerwehren ausgearbeitet und dargestellt.
An dieser Stelle sei der Firma Bauunternehmung Kühn aus Oestrich herzlich gedankt, welche die Präparierung und Platzierung der Unfallfahrzeuge kostenfrei übernahm.

Somit war den Einsatzkräften weder der Übungsinhalt noch die Übungslage bekannt und es wurde eine realitätsnahe Unfalllage vorgefunden.
Dies war von allen beteiligten Feuerwehren so gewünscht.

Bei Dunkelheit und außerhalb der Wohngebiete galt es, einen Verkehrsunfall abzuarbeiten, bei dem ein LKW, zwei PKW beteiligt und eine Anzahl von sechs Patienten zu retten und zu versorgen waren.
Die Unfallfahrzeuge waren zum Teil auf dem Dach liegend und im Straßengraben verkeilt zum Stillstand gekommen. Eingeklemmte Personen riefen um Hilfe oder lagen bewusstlos auf der Rücksitzbank.
Die eintreffenden Kräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr mussten sich zunächst einen Überblick über die gesamte Einsatzstelle und die Anzahl der Patienten sowie deren Verletzungsmuster verschaffen.

Schweres Schneid- und Spreizgerät setzten die Einsatzkräfte aus Mittelheim und Hallgarten ein, um schnell dem Rettungsdienst einen Zugang zu den eingeklemmten Patienten zu schaffen

Durch diese Öffnungen konnten dann die Rettungskräfte zum Patienten vordringen und erste medizinische Maßnahmen zur Stabilisierung unternehmen.

Parallel zu den anlaufenden Rettungsmaßnahmen an den Unfallfahrzeugen betrieb die Fw Oestrich die Verkehrssicherung an der Einsatzstelle und sorgte mit der Drehleiter und dem Beleuchtungsgerät „Powermoon“ für eine blendfreie Ausleuchtung der großräumigen und zunächst dunklen Schadensstelle.

An einer nun hellen und sicheren Einsatzstelle konnte währenddessen weiter zielführend schweres Gerät zur Befreiung der eingeklemmten Personen vorgenommen werden.
Es wurden Türen weggespreizt, Fahrzeugsäulen geschnitten, das komplette Dach des Fahrzeuges entfernt sowie eine dritte Tür und ein Pedal-/oder Fußfenster geschaffen.

Währenddessen wurden die Patienten in den Unfallfahrzeugen stets medizinisch und menschlich betreut.

Parallel wurden für die Übernahme und den Transport in die Klinik alle Vorkehrungen getroffen.
Weit ab von der eigentlichen Einsatzstelle wurde durch den Einsatz einer Wärmebildkamera der Fw Oestrich gleich zu Übungsbeginn eine im Gebüsch liegende Person aufgefunden und gerettet.

Ebenfalls wurde in der Übungslage dargestellt, dass eine nicht angeschnallte Person beim Fahrzeugüberschlag aus dem PKW geschleudert und von den Einsatzkräften leblos neben ihrem PKW aufgefunden wurde.
Trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen konnte –zum Glück nur in der Übung- das Leben dieses Fahrers nicht mehr gerettet werden.

Durch das taktisch strukturierte und disziplinierte Vorgehen und Arbeiten der Einheiten, konnten alle anderen Patienten gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden.
Zu einer Ansammlung von untätigen Rettungskräften direkt um das Unfallfahrzeug herum – einer sogenannten Rettungstraube – kam es nicht, die Einheiten ohne Auftrag standen in angemessener Entfernung aufmerksam bereit, um eventuelle Einsatzbefehle direkt umzusetzen.
Nach Abarbeitung sämtlicher Einsatzaufgaben und gelungener Rettung der eingeklemmten Patienten gab es noch vor Ort eine kurze Nachbesprechung, in der die angewendete Taktik, das Vorgehen und die Schwierigkeiten erörtert wurden.
Insgesamt waren knapp 60 Einsatzkräfte an dieser regulären Einsatzübung beteiligt.

Abschließend sei allen Helfern und Einsatzkräften für Ihren Einsatz und die Zeitaufwendung gedankt. In den immer wiederkehrenden Übungen und Trainingseinheiten stellen diese ehrenamtlichen Kräfte die Gefahrenabwehr für den Bürger sicher.
Vielen Dank auch an den Malteser Hilfsdienst, der kostenfrei die beiden Rettungswagen und das Personal für die Übung stellte.