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Genuß pur bei den Floriansjüngern

 
Vom 01. März 2011
Mit Straußwirtschaft neue Räumlichkeiten eingeweiht – viele Gäste
Oestrich. (kls)
Eine Straußwirtschaft -das ist im Rheingau nicht nur ein Begriff, sondern gelebte Kultur, da dürften sich Freunde des Weines und des Gaumengenusses einig sein.
Schon in der Zeit Karls des Großen um 791 herum kannte man die so genannten „Kranzwirtschaften“, die durch einen ausgehängten Kranz aus Reben und Efeu kenntlich gemacht wurden und seit jeher Menschen begeisterten.
Ganz nach diesem historischen Vorbild hatte auch die Freiwillige Feuerwehr Oestrich am vergangenen Samstag unter dem Motto „Schlachtfest“ zu einer Straußwirtschaft eingeladen. Besonders stolz war man, dass man die Gäste in den neu gestalteten Räumlichkeiten im Obergeschoss des Gerätehauses willkommen heißen konnte.
Bevor die Stadt Oestrich-Winkel den Feuerwehrkameraden die Räume zur Verfügung stellte, wurden die Zimmer als Wohnung genutzt.
Im Juli des vergangenen Jahres wurde mit dem nötigen Umbau begonnen, der - von der Planung bis zur Ausführung - komplett in den Händen der Floriansjünger lag. Seither hat sich viel getan. Neben Umkleideräumen für die Jugendwehr ist ein neuer Sozialbereich mit Gemeinschaftsraum entstanden, ebenso wurden unter anderem eine neue Küche und auch ein neues Duschbad mit WC installiert. Darüber hinaus wurde die ehemalige Wohnung mit neuen Böden ausgestattet. Ein alter Dielenboden blieb erhalten und wurde erneuert. Mit Recht sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oestrich stolz auf ihr Werk, das nun bis auf einige Feinarbeiten fertig gestellt ist.
Aber nicht nur die Einweihung der neuen Räumlichkeiten war Grund für das Event.
„Wir sind gerade dabei, unsere Veranstaltungen umzustrukturieren“, erläutert Wehrführer Andreas Philipp Bibo. Die Wehr habe feststellen müssen, dass sich die Vorstellungen von Geselligkeit und Unterhaltung in den letzten Jahren verändert haben. Traditionsreiche Veranstaltungen wie der Feuerwehrball seien immer schlechter besucht worden. „Unser Publikum ist heute anders strukturiert und die Altersspanne ist groß“, formuliert er weiter. Deshalb habe man sich über nötige Veränderungen der Festivitäten Gedanken gemacht. Denn letztlich wolle man jung und alt auch weiterhin gerecht werden und alle Altersstrukturen ansprechen. Deshalb habe man die Straußwirtschaft ins Leben gerufen, zu der gleichzeitig eine Glühweinparty in und um die Feuerwehrhalle gehörte. Dort wurde ganz rustikal mit Bratwürsten vom Grill, Schwedenfeuern und mit Musik von Dominick Thomas gefeiert.
Außerdem plante man nunmehr einen Zeitpunkt außerhalb des üblichen vorweihnachtlichen Stresses, in den der Feuerwehrball stets gefallen war.
Die Straußwirtschaft darf sicher als ein „Versuchsballon“ bezeichnet werden, der sich lohnte. Denn der Erfolg gab den Kameraden der Wehr recht. Schnell wurden ein paar zusätzliche Bänke organisiert – trotzdem fanden zeitweise nicht alle Gäste einen Platz, so voll war es. Das Feiern auf zwei Ebenen kam offensichtlich an. Rund 30 fleißige Helferinnen und Helfer verwöhnten die Besucher mit gepflegten Getränken und leckerer „Hausmannskost“, die von den Mitgliedern der Wehr liebevoll und geschmackvoll zubereitet wurde.
Auch auf eine neue Art des „Tages der offenen Tür“ im Sommer darf man sich schon freuen. Dieser soll künftig zu einem „Infotag“ umfunktioniert werden. Der Festcharakter soll minimiert werden, im Vordergrund sollen die Wehr und ihre Arbeit mit praktischen Vorführungen stehen.
Spaß und Spannung kommen dabei ganz sicher nicht zu kurz.
Bericht Rheingau-Echo